Donnerstag kommt Stuttgart

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

1.Bundesliga
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Noch ein Heimspiel vor der langen Pause bis kurz vor Weihnachten: Am Nikolaustag empfängt der THW Kiel den TVB 1898 Stuttgart in der Sparkassen-Arena. Nach dem hart erkämpften Auswärts-Sieg in Hannover geht es für die "Zebras" erneut um zwei wichtige Punkte. Nachdem die Kieler Platz zwei erobert haben, wollen sie diesen Rang festigen und dem Tabellenführer aus Flensburg auf den Fersen bleiben.

Allerdings erwartet sie dabei am Donnerstag keine leichte Aufgabe. "Ich habe einige Spiele der Stuttgarter gesehen", berichtet Marko Vujin. "Sie haben bis jetzt eine sehr gute Saison gespielt. Wir müssen konzentriert bleiben, und mit unseren Zuschauern, die in letzter Zeit für eine großartige Stimmung gesorgt haben, können und wollen wir den TVB zu Hause schlagen." Anpfiff ist um 19 Uhr, Sky überträgt live. Für die Partie gibt es noch einige Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im THW-Online-Ticketshop.

"Den Anschluss an das gesicherte Mittelfeld herstellen": Dieses Saisonziel hatte Jürgen Schweickardt, Trainer und Geschäftsführer Sport in Personalunion beim TVB 1898 Stuttgart, vor dem Beginn der Spielzeit ausgegeben. Im vierten Jahr in Folge wollen die Baden-Württemberger die Liga aufmischen, sich möglichst früh den Klassenerhalt sichern und nach den Platzierungen 15, 14 und 14 in den Vorjahren nach oben klettern. Mittelfristig will Schweikardt seine Mannschaft als festen Bestandteil der stärksten Liga der Welt etablieren. "Und eventuell klopfen wir in fünf Jahren an die Europapokalplätze an", hofft der TVB-Geschäftsführer auf eine weiterhin positive Entwicklung des Clubs und der Mannschaft. Die tat ihm in diesem Jahr bisher den Gefallen: Mit fünf Siegen und einem Unentschieden halten sich die Stuttgarter, wie im Vorfeld der Spielzeit erhofft, im gesicherten Mittelfeld der Tabelle auf und haben sich mit mittlerweile fünf Punkten Vorsprung ein ordentliches Polster auf die Abstiegsränge zugelegt. Dabei erwies sich der TVB 1898 durchaus als Favoritenschreck: Zu Hause wurden unter anderem Hannover, Wetzlar und zuletzt die MT Melsungen bezwungen, auswärts siegten die Süddeutschen in Leipzig und bei den Füchsen Berlin.

Großen Anteil daran hatte bisher Michael "Mimi" Kraus: Weltmeister von 2007 spielte bis zu seinem Mittelhandbruch in Lemgo eine überragende Saison. Der inzwischen 35-Jährige geriet durch Gala-Vorstellungen, wie mit seinen 18 Toren gegen Hannover und elf Treffern in Berlin, sogar wieder in den Blickpunkt der Nationalmannschaft. Doch bei seinem bisher 72. Tor in dieser Saison knackte es in der Hand. "Ich hatte eine Art Déjá-vu-Erlebnis. In einer ähnlichen Aktion habe ich mir ebenfalls in Lemgo vor eineinhalb Jahren die Hand gebrochen", ärgert sich Kraus über das neuerliche Missgeschick. "Es ist einfach nur bitter, dass das in der jetzigen Phase passiert ist, in der bei mir fast alles funktioniert hat. Jetzt gilt es für mich und die Mannschaft, nach vorne zu schauen. Die Jungs können alle einen sehr, sehr guten Handball spielen und werden das auch in den kommenden Wochen zeigen“, gibt sich Kraus optimistisch.

Zuletzt sprang Lukas von Deschwanden beinahe nahtlos in die Kraus-Rolle: Der Schweizer, vor der Saison von Wacker Thun nach Stuttgart gewechselt, kann flexibel im Rückraum eingesetzt werden. Beim TVB 1898 findet er immer öfter einen Landsmann als Abnehmer seiner Zuspiele: Kreisläufer Samuel Röthlisberger ist wie von Deschwanden Nationalspieler. Insgesamt spielen lediglich sechs Eidgenossen in der DKB Handball-Bundesliga, gleich zwei davon also beim TVB. "Es heißt ja, die Schwaben und die Schweizer würden sich ähneln", erzählte von Deschwanden lachend über einen möglichen Grund für diese ungewöhnliche "Häufung". Als starker Back-up zu von Deschwanden erwies sich beim Sieg gegen Melsungen zudem Michael Schweikardt: Der Bruder von Trainer Jürgen freute sich über die geschlossene Mannschaftsleistung in Spiel eins nach dem Kraus-Schock: "Dass Mannschaften nach einer Verletzung noch enger zusammenrücken ist ein psychologisches Phänomen, das immer wieder auftritt." Die häufigsten Torerfolge nach Kraus feierten bisher die Rückraumspieler Dominik Weiß (45) und David Schmidt (41), Neuzugang von den Eulen Ludwigshafen, sowie der niederländische Rechtsaußen Bobby Schagen (41).

Ein großer Rückhalt für die Ziele der Stuttgarter ist Schlussmann Johannes "Jogi" Bitter. Der 36-Jährige - wie Kraus ein 2007er-Weltmeister - war in der vergangenen Saison lange ausgefallen und erst zu Saisonbeginn nach einer Rücken-Operation und viereinhalb Monaten Pause aufs Spielfeld zurückgekehrt. Mit 116 Paraden beweist er unter den Top 10 der Torhüter in der DKB Handball-Bundesliga weiterhin seine große Klasse. Allzu forschen Fragen nach einem Traum von der WM-Teilnahme erteilte Bitter mit einem Schmunzeln eine Absage: "Ich werde Deutschland bei der Weltmeisterschaft unterstützen. Ich habe Karten für die Spiele."

"Es wird ein schweres Spiel", blickt THW-Linskhänder Marko Vujin auf das vorletzte Heimspiel der "Zebras" im Jahr 2018 voraus. "Aber wir wollen zusammen mit unseren Fans unsere Serie ausbauen und zwei Punkte holen!" Die Begegnung wird am Donnerstag um 19 Uhr von Julian Köppl und Denis Regner angepfiffen. Sky überträgt live. Zeitnahe Informationen liefern wie gewohnt der Liveticker auf der THW-Homepage und auf dem Twitter-Kanal der "Zebras" (www.twitter.de/thw_handball).

Im Anschluss an die Partie wird der schwedische THW-Rechtsaußen Niclas Ekberg zum Interview und Autogrammeschreiben in der Fan-Arena erwartet. Es ist Heimspiel-Zeit, Kiel!

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11.12.2018 20:00
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Letzte Aktualisierung: 10.12.2018 10:10:28
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