Hanau verpflichtet Weltmeister Dominik Klein

Foto: privat

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Nein, es ist kein verspäteter Aprilscherz. Der HSG Hanau ist ein spektakulärer Transfer gelungen. Ab sofort wird Dominik Klein das Trikot des Handball-Drittligisten tragen. Der Handball-Weltmeister von 2007 wird bereits am 11. April im Mindderby gegen den TV Gelnhausen für die Grimmstädter auflaufen.

Eigentlich hatte der mittlerweile 36-jährige Linksaußen vor zwei Jahren seine Handball-Karriere beendet.

Spiele gegen den TV Gelnhausen sind für Klein nichts Neues. „Als Eigengewächs des TUSPO Obernburg haben wir uns früher einige hitzige Duelle mit Gelnhausen geliefert. Ich weiß also, was auf mich im Mindderby zukommt", sagt Klein, der gerne mit seiner Lieblingsnummer 33 aufgelaufen wäre. Die jedoch ist aktuell von HSG Keeper Fabian Tomm belegt. „Um das Derby spielen zu können, nehme ich aber auch gerne die Nummer 14."

HSG-Coach Oliver Lücke freut sich auf die Zusammenarbeit. „Die Verpflichtung von Dominik ist natürlich eine riesen Geschichte für uns. Mit ihm sind wir im deutlich variantenreicher. Ich freue mich sehr auf die virtuelle Zusammenarbeit mit einem solchen Ausnahmehandballer."

Natürlich wird Klein, der 2018 seine glanzvolle Karriere beendet hatte, nicht wirklich auf dem Parkett stehen und für die HSG Hanau auf Torejagd gehen. Schließlich sind während der Corona-Pandemie sämtliche sportliche Aktivitäten dieser Form nicht möglich. Doch mit seiner fiktiven Vertragsunterzeichnung unterstützt Klein eine besondere Aktion der HSG Hanau.

Gemeinsam mit der Lokalzeitung Hanauer Anzeiger ruft der Drittligist alle kreativen Köpfe auf, einen fiktiven Spielbericht zum Derby der HSG Hanau gegen den TV Gelnhausen zu schreiben und an den Hanauer Anzeiger (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zu schicken. Eigentlich hätte das Spiel am 22. März stattfinden sollen, doch die Corona-Pandemie machte nicht nur die Austragung dieses Spiel zunichte, sondern hält derzeit den gesamten Sport weltweit im Würgegriff. Man darf gespannt sein, welche Rolle Klein in diesem fiktiven Spielbericht einnehmen wird.

Einsendeschluss ist der 11. April. Der kreativste Beitrag gewinnt und wird im Hanauer Anzeiger veröffentlicht. Einzige Vorgabe: Das Ergebnis sollte für ein Handballspiel realistisch sein. Als Jury fungiert die Sportredaktion der regionalen Tageszeitung. Der Sieger gewinnt das von Klein handsignierte Trikot der HSG Hanau mit der Nummer 14. Auch der Zweit- und Drittplatzierte geht nicht leer aus und erhält jeweils einen Einkaufsgutschein des HSG-Partners Sport Jung.

„Kreative Ideen sind aktuell mehr denn je gefragt, um mit dieser Situation umzugehen. Daher unterstütze ich die Aktion der HSG Hanau sehr gerne. Zumal alle Einnahmen für die Hinterbliebenen der Anschlagsopfer vom 19. Februar gehen", sagt Klein. Sponsor und HSG-Partner Terramag hat angekündigt, pro erzielten Treffer aus dem fiktiven Spielbericht fünf Euro zu spenden. Pro Zuschauer legt das Hanauer Unternehmen noch einmal einen Euro drauf.

Um die Zuschauerzahl zu ermitteln, gibt es daher einen ganz offiziellen Ticketverkauf. Unter www.hsghanau.de/tickets können alle Interessierten für 3,- Euro Karten für das Mindderby erwerben. Auch sämtliche Einnahmen aus dem Ticketverkauf werden zugunsten der Hinterbliebenen der Anschlagsopfer gespendet. „Wir wollen einfach nicht hinnehmen, dass die Corona-Pandemie dazu führt, dass der feige Terroranschlag in Vergessenheit gerät und die Hilfe für die Opferfamilien darunter leidet", sagt Teramag-Geschäftsführer Thomas Müller, der auch die Idee des Mindderbys hatte.

Und an dieser Stelle wird die Verpflichtung von Dominik Klein plötzlich dann doch ganz real. Man darf gespannt sein, wie sehr ich die Verpflichtung des Weltmeisters von 2007, achtfachen Deutschen Meisters und dreifachen Champions-League-Siegers mit dem THW Kiel auf den Kartenvorverkauf auswirken wird. Aktuell sind bereits über 125 Karten verkauft. Jede weitere verkaufte Karte hilft.

Am 19. Februar 2020 wurden bei einem Anschlag in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später wurden der Täter und seine Mutter tot in ihrer Wohnung gefunden. Er hatte im Internet wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien sowie rassistische Ansichten verbreitet.

„Hanau war immer ein Ort, in dem sich alle Nationalitäten wohlgefühlt haben. Und so soll es auch bleiben. Dazu möchten wir unseren Beitrag leisten. Ich möchte mich bei Dominik Klein ganz herzlich bedanken, dass er uns bei dieser Aktion so toll unterstützt", sagte HSG Hanaus 1. Vorsitzende Uwe Just.

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