Neustrukturierung geplant: Kai Wandschneider geht

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Der Handball-Bundesligist HSG Wetzlar und Trainer Kai Wandschneider werden zum Ende der kommenden Saison 2020/2021 getrennte Wege gehen. Wie die Mittelhessen heute bekannt gaben, wird der in knapp anderthalb Jahren, also am 1. Juli 2021 auslaufende Vertrag des gebürtigen Hamburgers nicht verlängert.

Wandschneider ist seit März 2012 bei der HSG Wetzlar beschäftigt und wird die Grün-Weißen bei Vertragende fast zehn Spielzeiten trainiert haben.

„Vorneweg: Die Entscheidung von Aufsichtsrat und Geschäftsführung den Vertrag mit Kai über die Saison 2020/2021 hinaus nicht zu verlängern, ist uns alles andere als leichtgefallen. Es ist eine gemeinsame Entscheidung strategischer Natur, die ganz sicher nichts mit der Aktualität zu tun hat, sondern auf die Zukunft unseres Clubs und eine Neustrukturierung abzielt", so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Kai dies im persönlichen Gespräch mitzuteilen war ganz sicher die schwerste Amtshandlung für mich, seitdem ich diesen Job mache, denn er ist ein toller Mensch und hervorragender Coach. Das mir das auch leid tut, das kann und will ich überhaupt nicht verhehlen, denn natürlich haben uns die vielen Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit, gepaart mit etlichen schönen Erlebnissen aber auch schweren Momenten, zusammengeschweißt."

Aufsichtsrat und Geschäftsführung hätten sich in den vergangenen Monaten viele Gedanken gemacht, was die Zukunft der HSG Wetzlar angeht, erläutert Seipp. Es gäbe ein paar Dinge, die man nach und nach neustrukturieren wolle und vielleicht sogar müsse. Daran werde derzeit gearbeitet, auch in Bezug auf den Kader, die Trainerpositionen und das ein oder andere drum herum. „Als Verantwortliche der HSG Wetzlar wird von uns erwartet zukunftsorientierte Entscheidungen im Sinne des Clubs zu fällen und das haben wir getan! Wir haben gemeinsam das Gefühl, dass es langfristig notwendig ist, etwas Neues zu machen, einige Positionen neu zu besetzen oder intensiver mit verschiedenen Aufgaben zu betrauen", so Björn Seipp weiter.

Ein Prozess der Veränderung, den die Mittelhessen nunmehr aktiv eingeleitet haben. So wurde die Rolle des bisherigen Co- und Torwarttrainer Jasmin Camdzic bereits im Sommer mit noch mehr Verantwortung und Kompetenzen bedacht, in dem der gebürtige Bosnier die Leitung des Bereichs Scouting & Talentförderung übernahm. „Wir können schon heute sagen, dass sich das für uns komplett ausgezahlt hat, denn Jasmin macht auch hier einen richtig guten Job", so Geschäftsführer Björn Seipp. „Unser Ziel ist es, dass er langfristig noch mehr Freiräume bekommt, um mehr Zeit in dieses, für uns immer wichtiger werdende Ressort investieren zu können." Dies soll auch durch die strategische Weiterverpflichtung des derzeitigen Mannschaftskapitäns Filip Mirkulovski möglich werden, der ab Sommer als Standby-Spieler und Co-Trainer fungiert. „Filip wird die kommende Spielzeit vorrangig dazu nutzen, um sich in diese neue Rolle einzufinden und so weiterzubilden, dass er spätestens ab Sommer 2021 mehr Verantwortung übernehmen kann."

Bis dahin läuft der Vertrag von Kai Wandschneider. „Dass wir Kais Vertrag erfüllen werden, das versteht sich von selbst und das stand auch nie zur Debatte, denn unsere Beziehung zu ihm ist und bleibt von größter Wertschätzung und Dankbarkeit geprägt. Aufgrund des großen Respekts vor seiner Person haben wir ihm unsere Entscheidung auch umgehend mitgeteilt, damit, wie bislang immer, Transparenz und Klarheit zwischen uns herrscht und beide Seiten sich orientieren können. Auch die Mannschaft wurde heute im Vorfeld der Pressekonferenz in einer Sitzung informiert. In Sachen Nachfolgeregelung haben wir inhaltlich ein klares Anforderungsprofil, dass es nunmehr intern noch weiter zu justieren gilt. Erst danach werden wir die Suche nach einem geeigneten Trainer für die HSG Wetzlar und würdigen Nachfolger für Kai Wandschneider starten. Deshalb ganz klar: es gibt derzeit weder Kandidaten, noch irgendwelche Gespräche und schon gar keine Ergebnisse. Wer uns kennt, der weiß, dass wir in den kommenden Monaten keine Wasserstandsmeldungen abgegeben werden. Wenn es etwas zu vermelden gibt, dann werden wir es tun, aber das wird Stand heute ganz sicher noch einige Zeit dauern."

Wandschneider hatte die Grün-Weißen in der Saison 2011/2012 in akuter Abstiegsnot übernommen und zum Klassenerhalt geführt. In der Folgezeit führte der Diplom-Sportlehrer die HSG Wetzlar regelmäßig in die obere Tabellenhälfte und entwickelte zahlreiche Nationalspieler, wie die Europameister von 2006 Andreas Wolff, Steffen Fäth und Jannik Kohlbacher. In den Jahren 2013 und 2017 wurde der gebürtige Hamburger von den Managern und Trainerkollegen der Handball-Bundesliga zum „Trainer der Saison" gewählt.

„Ich hätte unsere erfolgreiche Zusammenarbeit gerne über das Jahr 2021 hinaus fortgesetzt. Leider hat der Club andere Pläne", so Kai Wandschneider. „Solche Entscheidungen sind ganz sicher nicht einfach: Weder für diejenigen, die sie treffen, noch für den, den sie am Ende maßgeblich betreffen, wie mich in diesem Fall. Wenn die HSG Wetzlar, die sich durch unsere gemeinsame Arbeit mittlerweile europaweit einen tollen Ruf erarbeitet hat, denkt, dass irgendwann die Zeit für ein Neuausrichtung gekommen ist, dann ist das ihr gutes Recht. Das muss und werde ich akzeptieren, da mir der Club wirklich am Herzen liegt. Ich bin trotz aller Enttäuschung auch fest davon überzeugt, dass das über so viele Jahre gewachsene und ausgesprochen gute Vertrauensverhältnis zwischen der Vereinsführung, den Trainern und Spielern gerade jetzt dabei helfen wird, alle noch vor uns liegenden Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Ich freue mich jetzt auf die verbleibenden knapp anderthalb Jahre!"

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