Löwen erwischen gebrauchten Tag

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Chancenlos präsentierte sich der Bergische HC bei der TSV Hannover-Burgdorf. Der Tabellenführer zeigte auf beiden Seiten des Feldes eine starke und euphorisierende Vorstellung, der die Löwen über weite Strecken nichts entgegenzusetzen hatten.

Funktionierte bei der 24:30-Niederlage in der ersten Halbzeit vor allem im Angriff wenig, fehlte in Halbzeit zwei phasenweise auch der defensive Zugriff.
8:13 lagen die Löwen zur Pause hinten - eine folgerichtiges Ergebnis, denn offensiv lief es bei den Gästen nicht. Weder im Positionsangriff, den Trainer Sebastian Hinze während der ersten 30 Minuten mehrfach umstellte, noch aus dem Tempospiel, in das die Löwen zwar durch einige Ballgewinne hereinkamen, aber selten erfolgreich zu Ende brachten. Dass der Rückstand noch nicht aussichtslos war, lag an der insgesamt gut eingestellten Deckung und zwei gehaltenen Siebenmetern von Christopher Rudeck.

Die Abwehr der TSV Hannover-Burgdorf hatte von Beginn an gestanden. Gleich die ersten Abschlüsse des BHC verpufften, und Torhüter Domenico Ebner wurde von Minute zu Minute sicherer. Arnor Gunnarsson war es, der den Bann für die Löwen in der sechsten Minute per Siebenmeter brach. Die Probleme aber blieben, auch wenn Sebastian Damm und per Strafwurf nochmal Gunnarsson sogar noch auf 3:3 ausglichen. In den nächsten Minuten gelang den Bergischen im Abschluss fast gar nichts mehr.
Hinze nahm in der 23. Minute bei einem 4:9-Rückstand bereits seine zweite Auszeit und bewertete die Leistung entsprechend drastisch. Nicht, weil die Mannschaft massive Probleme im Positionsangriff hatte, wie der Coach betonte, sondern, weil sie im Tempospiel die Bälle hergab und es so verpasste, in die Partie hereinzukommen. Ganz kurz lief es danach etwas besser mit Treffern von Damm, Ragnar Johannsson und Csaba Szücs. Das 7:10 schien die Hausherren aber überhaupt nicht zu beeindrucken, sie stellten souverän auf den 13:8-Halbzeitstand.

Aussichtslos war die Lage zwar noch nicht, doch eine gewaltige Steigerung wäre nach Wiederanpfiff nötig gewesen. Der Tabellenführer ließ jedoch überhaupt keinen Zweifel an seinem Erfolg aufkommen. Der eingewechselte Tomas Mrkva parierte zwar ein paar Bälle, war aber kein entscheidender Faktor einer möglichen Aufholjagd. In der 43. Minute führten die Hausherren gar mit 21:12. Spätestens jetzt war klar, dass für die Löwen nichts mehr zu holen sein würde.
Zum gebrauchten Tag passte dann auch noch die rote Karte gegen Lukas Stutzke für eine Abwehraktion. In der Schlussphase bekamen alle mitgereisten Löwen Einsatzzeit. So durften mit Yannick Fraatz und Alexander Weck auch die beiden Jüngsten ran. Letzter markierte sogar noch drei Treffer und tankte Selbstvertrauen, auch Fraatz war erfolgreich. Am Spielverlauf änderte dies freilich nichts mehr. Hannover gewann ungefährdet mit 30:24.

Nicht mitgefahren war übrigens Kristian Nippes. Der Kapitän freute sich über die Geburt seiner Tochter Greta und blieb daher im Bergischen Land.
Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel Sebastian Hinze: " Es war eine verdiente Niederlage. Wir kommen nicht gut ins Spiel, kämpfen uns aber in Überzahl zurück. Trotzdem haben wir in der gesamten ersten Halbzeit Probleme in der Überzeugung und im Entscheidungsverhalten. Wenn etwas funktioniert hat, war es die Abwehr, doch daraus schlagen wir leider überhaupt kein Profit für unser Tempospiel. Für die zweite Hälfte hatten wir uns viel vorgenommen, starten aber mit zwei Fehlpässen. Danach haben wir mehr Verantwortung für den Ball, kommen aber defensiv nicht mehr in den Kontakt, und Morten Olsen bekommt richtig Spaß am Spiel. Es war wirklich ein gebrauchter Tag für uns, weil wir nicht in der Lage waren, um Punkte zu kämpfen. Für heute ist das frustrierend. Was mich positiv stimmt, ist die Selbstkritik, die innerhalb unseres Teams gerade vorherrscht.“ Carlos Ortega: " Wir sind früh zwei Mal in Unterzahl geschickt worden, haben das aber gut gelöst und dadurch ins Spiel gefunden. So freuen wir uns weiter über die Tabellenführung." Jörg Föste: "Das war ein souveräner Erfolg für Hannover. Salopp formuliert hatten wir heute einen gebrauchten Tag. Besonders im Angriff sind unerzwungene Fehler wie lange nicht mehr unterlaufen. Sicher war Torhüter Ebner auch ein Faktor, aber in Summe waren wir nicht in der Lage, auch nur annähernd in Reichweite eines Punktes zu kommen. Dazu sind immer wieder stereotype Gegentreffer gefallen, wie wir das ewig nicht mehr erleben mussten. Das war kein guter Sonntag für uns."

TSV Hannover-Burgdorf – Bergischer HC 30:24 (13:8)

TSV Hannover-Burgdorf: Ebner, Lesjak - Cehte (2), Martinovic (3), Mavers (1), Patrail (1), Thiele (1), Pevnov (1), Böhm (4), Ugalde, Krone, Olsen (7), Donker, Feise (1), Kastening (6/3), Büchner (3). Trainer: Carlos Ortega

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (3), Damm (3), Gutbrod, Stutzke, Weck (3), Arnesson (2), Babak (3), Szücs, Darj (1), Petrovsky (1), Baena, Johansson (2), Gunnarsson (5/5), Fraatz (1). Trainer: Sebastian Hinze Schiedsrichter: Simon Reich und Hanspeter Brodbeck

Siebenmeter: 3/5 - 5/6

Zeitstrafen: 5 - 2 (Kastening, Pevnov, Thiele(2), Ugalde - Johannsson, Szücs)

Rote Karte: Stutzke

Spielverlauf: 2:0 (5.), 4:3 (10.), 4:3 (15.), 8:3 (20.), 10:6 (25.), 13:8 (30.), 16:9 (35.), 19:12 (40.), 23:14 (45.), 25:17 (50.), 27:21 (55.), 30:24 (60.)

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