U19 kämpft um die Medaillen

Foto: Heinz Zaunbrecher

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16 Gegentreffer in 60 Minuten, dazu eine um 20 Prozent höhere Angriffseffizienz als der Gegner - und das genau zum richtigen Moment: Die deutsche Mannschaft erwischte bei der U19-Weltmeisterschaft in Skopje am Donnerstag einen Sahnetag und fertigte Ungarn im Viertelfinale mit 26:16 (14:7) förmlich ab.

Im Halbfinale am Samstag geht es entweder gegen Spanien oder Dänemark.

Zum zweiten Mal überhaupt und zum ersten Mal seit 2013 steht somit eine deutsche Mannschaft im Halbfinale einer U19-Weltmeisterschaft der männlichen Jugend. Vor sechs Jahren sprang am Ende der dritte Platz heraus. Beste DHB-Werfer in einem unerwartet einseitigen Spiel waren Julian Köster (TSV Bayer Dormagen, zum besten Spieler der Partie gewählt) mit sechs Treffern sowie Alexander Reimann (TBV Lemgo-Lippe) und Philipp Ahouansou (Rhein-Neckar Löwen) mit je fünf Toren.

MVP Köster war vollauf begeistert: „Wir haben eine Super-Teamleistung abgerufen, in der Abwehr standen wir bombig, wir konnten uns auf die Nebenleute verlassen über 60 Minuten, da hatten die Ungarn keine Chance.“ Dem stimmte auch U21-Bundestrainer Martin Heuberger uneingeschränkt zu, der in Skopje vor Ort ist: „Das war eine bärenstarke Abwehrleistung, und die war die Grundlage zum Sieg. Gegen die eher unorthodox verteidigende ungarische Mannschaft hat die Mannschaft immer Lösungen gefunden, das war das beste Turnierspiel bislang.“

Bundestrainer Erik Wudtke war nicht nur „absolut happy“, sondern lobte die eine sehr gute Kooperation der Torhüter und der Abwehr: „Das war die Grundlage zum Sieg. Als Ungarn nach der Pause alles versuchte, sind wir cool geblieben und haben unseren Stiefel durchgezogen. Wir haben immer an uns geglaubt und die Spieler hatten richtig Spaß, Abwehr zu spielen, selbst in 14 Minuten in Unterzahl. Ich bin sehr froh über die heutige Leistung, aber das war erst ein Schritt, wir sind noch nicht fertig. Die Chance auf eine Medaille sind nun 75 Prozent. Eigentlich ist Entwicklung das Wichtigste in diesem Alter, aber wenn man so weit gekommen ist, will man auch eine Medaille.“

Selbst die Tatsache, dass Torwart Johannes Jepsen (TuS N-Lübbecke) mit drei Würfen aufs leere Tor dreimal scheiterte, quittierte Wudtke locker: „Der ist eben Torwart, kein Feldspieler.“ Mit neun Paraden steuerte Jepsen aber einen wichtigen Teil des Erfolges bei.

Die Ungarn, die tags zuvor sensationell den großen Favoriten Kroatien im Achtelfinale eliminiert hatten, waren ab der siebten Minute (4:4) nur noch ein Spielball der deutschen Defensive und kamen in den folgenden 53 Minuten nur noch zu zwölf weiteren Toren. Dank der anfangs sehr starken Alexander Reimann und Veit Mävers setzte sich die Mannschaft des Trainerduos Erik Wudtke und Alexander Koke schon zur Pause auf sieben Tore (14:7) ab. Alles entscheidend war eine halbzeit-übergreifende 7:0-Serie von 11:7 auf 18:7, während den Ungarn 13 Minuten lang kein Treffer mehr gelang.

Auch wenn die Ungarn sich danach etwas steigerten, war die Messe früh gelesen, durch eine geschickte Rotation konnten die Deutschen schon Kräfte für das Halbfinale am Samstag (20 Uhr, Livestream unter dhb.de) sparen, in dem es entweder gegen Spanien oder Dänemark geht. Wie schon bei der U21-WM qualifizierte sich auch in Skopje Ägypten fürs Halbfinale, bei der U19 durch einen 35:31-Erfolg gegen Island. Der Gegner der Nordafrikaner wird zwischen Frankreich und Portugal ermittelt.

Viertelfinale: Deutschland - Ungarn (26:16 (14:7)

Deutschland: Johannes Jepsen (TuS N-Lübbecke), Lukas Diedrich (SC Magdeburg); Jaris Tobeler (HC Empor Rostock), Alexander Pfeifer (TV Großwallstadt), Julian Köster (TSV Bayer Dormagen/6), Alexander Reimann (TBV Lemgo-Lippe/5), Veit Mävers (TSG Hannover-Burgdorf/3), Merlin Fuß (TV Hüttenberg/1), Ian Weber (HSG Wetzlar), Nils Lichtlein (Füchse Berlin/2), Philipp Ahouansou (Rhein-Neckar Löwen/5), Julius Meyer-Siebert (SC DHfK Leipzig), Benedikt Damm (Rhein-Neckar Löwen/1), Tom Bergner (VfL Eintracht Hagen/2), Nils Röller (TSG Friesenheim/1), Yessine Meddeb (Rhein-Neckar Löwen)

Bester Werfer Ungarn: Alex Bognar (5)
Schiedsrichter: Covalciuc/Covalciuc (Kuba) - Zeitstrafen: Deutschland 14 Minuten / Ungarn 8 Minuten, Siebenmeter: Deutschland 3/3 - Ungarn 4/1

Die deutschen WM-Ergebnisse:

Vorrunde, Gruppe D:
Deutschland - Portugal 26:33 (15:18)
Tunesien - Deutschland 15:36 (10:15)
Deutschland - Serbien 30:22 (16:11)
Deutschland - Brasilien 28:22 (13:11)
Island - Deutschland 22:26 (9:13)
Achtelfinale:
Deutschland - Argentinien 33:25 (16:15)
Viertelfinale:
Deutschland - Ungarn 26:16 (14:7)

Foto: Julian Köster erzielte 6 Tore

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