Spitzenreiter quält sich zum Sieg

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Es war eine Plackerei. Aber wenigstens eine mit erlösendem Ende. Oberliga-Spitzenreiter OHV Aurich hat sich bei der SG Achim/Baden zum Sieg gequält. Die Auricher gewannen ein Spiel unter erschwerten Bedingungen, lautstark unterstützt von rund 150 mitgereisten Fans, mit 27:23 Toren.

Das Ergebnis spiegelt dabei nicht wider, wie eng es bis zwei Minuten vor Schluss war.

„Das ist kein Handball“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha nach dem Schlusspfiff. Grund für seinen Frust war das Haftmittelverbot, das in der Achimer Sporthalle herrscht. „Das ist so, als wenn Fußballer ohne Stollenschuhe antreten müssen“, zog er einen Vergleich. Ohne Harz spielen zu müssen, mache den Handball kaputt. Das sei kein Vorwurf an die SG Achim/Baden, so Blacha: „Es macht einfach keinen Spaß, ist nur eine Qual und tut mir leid für die Jungs. Deshalb kann ich mich auch nicht souverän über den Sieg freuen.“ Zwar hatten die Auricher in der Woche im Training versucht, ein Gefühl für Bälle zu bekommen, die nicht an den Händen haften. Freunde wurden sie nicht.

Das unterstreicht die ungewöhnlich hohe Quote an wirklich guten, aber ausgelassenen Torchancen, die Zahl der Fehlversuche und das schließlich fehlende Selbstvertrauen, um aus dem Rückraum zu Toren zu kommen. Null waren es in der ersten Halbzeit.
In der Abwehr kämpfen, nach vorne laufen und die Bälle irgendwie ins Tor bringen, das war die Marschroute der Auricher. Das gelang anfangs auch. Sie führten nach zehn Minuten bereits mit fünf Toren, hielten diesen Vorsprung auch bis zur 20. Minute. Nur zwei Feldtore hatten sie bis dahin zugelassen. „Wir haben super angefangen“, sagte OHV-Spielgestalter Jonas Schweigart mit Blick auf den Start. Plötzlich der Einbruch. Es schlichen sich Fehler ein. „Und dann kriegst du nicht die Sicherheit mit dem Ball“, sagte Schweigart zum weiteren Verlauf.
Mit der eingekehrten Unsicherheit entwickelte sich ein enges Spiel mit Auf und Ab’s im Auricher Team. Die Achimer patzten zwar auch das ein und andere Mal. Aber sie profitierten häufiger von den Fehlern der Auricher, die ihnen die Möglichkeit zum schnellen Spiel und dann zu Toren eröffneten. Da konnte auch ein gut aufgelegter Edgars Kuksa im Tor des OHV dann nichts machen. Wie zum Beispiel beim erstmaligen Ausgleich der Achimer in der 27. Minute. Ein Lattentreffer von Wilke de Buhr war die Einladung zum Gegenstoß gewesen, den Max Borchert mit dem 10:10 abschloss. In die Pause ging es mit einem 11:11.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste: Vielversprechend für den OHV, bei allen Schnitzern im Angriff. Vier Tore gelangen den nun mutiger und entschlossener auftretenden Aurichern in Folge, drei davon aus dem Rückraum. Makellos arbeitete die Abwehr, die zehn Minuten lang kein Tor zuließ. Der OHV führte 15:11.
Die zweite Halbzeit setzte sich dann aber auch genau so fort wie die erste. Es folgte der Knick beim OHV. Mehr noch. Die Auricher gerieten sogar in Rückstand. Ihnen gelang zehn Minuten kein Tor. Aus dem 15:11 wurde ein 15:16. Und sogar ein 17:19, nachdem Jonas Schweigart zuvor an der Unterkante der Latte gescheitert war.
Es war Oliver Staszewski, der sich immer wieder und trotz Fehlversuchen in kniffligen Phasen hartnäckig der Sache des Torewerfens annahm. Mit Erfolg. Er mit drei und Christoph Groß mit zwei Toren sorgten dafür, dass die Partie nicht kippte, der OHV dranblieb.
Frederik Möhlmann setzte schließlich dicke Ausrufezeichen auf dem Weg zum Doch-noch-Sieg. Zehn Minuten vor Schluss, als der OHV 19:21 zurücklag, war er ins Tor gegangen. Möhlmann kaufte den Achimern gleich zum Einstand mit seinen Aktionen den Schneid ab. Der OHV machte aus dem 19:21 ein 24:21.

Die Entscheidung war das dreieinhalb Minuten vor Schluss aber noch nicht. Erst mit dem Treffer von Josip Crnic zum 26:23 gut eine Minute vor dem Ende war der Sieg in trockenen Tüchern. Den Schlusspunkt setzte Staszewski. Es war sein sechster Treffer in der zweiten Halbzeit.
„Wenn du Meister werden willst, musst du auch so ein Spiel schaffen“, sagte Schweigart. SG-Trainer Tobias Naumann war trotz des verlorenen Spiels vom Auftritt seiner Mannschaft ganz begeistert: „Vieles von dem, was wir uns vorgenommen hatten, hat funktioniert.“

Und Blacha war am Ende einfach nur froh, das Spiel überstanden zu haben: „Die Jungs haben gekämpft. Auch in schwierigen Situationen.“

Zur Meisterschaft reichte der Sieg nicht, weil der Tabellenzweite ATSV Habenhausen beim VfL Fredenbeck gewann. Die Auricher haben es jetzt am Sonntag im Heimspiel gegen die HSG Barnstorf/Diepholz aber in eigener Hand, den Titelgewinn perfekt zu machen.

Ergebnisdienst Oberliga

07.09.2019 17:30
Verbandsliga Niedersachsen, 01.Spieltag
  
HSG Nienburg II - Eintracht Hildesheim II 0 : 0
07.09.2019 18:30
Verbandsliga Niedersachsen, 01.Spieltag
  
VfB Fallersleben - HSG Oha 0 : 0
Oberliga Niedersachsen, 01.Spieltag
  
MTV Vorsfelde - HSG Schaumburg Nord 0 : 0
Verbandsliga Niedersachsen, 01.Spieltag
  
HSV Warberg/Lelm - MTV Braunschweig II 0 : 0
07.09.2019 19:15
Verbandsliga Niedersachsen, 01.Spieltag
  
TG Münden - SV Altencelle 0 : 0
07.09.2019 19:30
Verbandsliga Niedersachsen, 01.Spieltag
  
SG Börde Handball - HSG Rhumetal 0 : 0
Oberliga Niedersachsen, 01.Spieltag
  
HSG Plesse-Hardenberg - Lehrter SV 0 : 0
  
MTV Großenheidorn - HV Barsinghausen 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 21.08.2019 01:35:31
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