EM 2020: Zusammenfassung Spieltag 2

Foto: Jürgen Pfliegensdorfer

Europameisterschaft
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In dieser Zusammenfassung geht es um den 2. Spieltag. Zwar finden erst am 13.01 in der Gruppe E die letzten Spiele des 2. Spieltages statt, aber davon werden wir dann separat berichten, damit sie sich nicht mit den Spielen des 3. Spieltages, die schon am 13.01 beginnen, überschneiden.

In der Gruppe A schlug Kroatien auch Weißrussland deutlich mit 31:23 (15:19). Kroatien war deutlich überlegen und hatte den besseren Stil. Im 2. Spiel des Spieltages hatte es Montenegro deutlich schwerer mit Serbien. Nach ihren jeweiligen Niederlagen am ersten Spieltag war das Aufeinandertreffen von Montenegro und Serbien bereits für beide Teams ein Endspiel. Im ersten Durchgang hatte noch Montenegro die Nase vorn, doch Serbien kämpfte sich noch vor der Pause zurück und lag beim 11:10 nur ein Tor zurück. Im zweiten Durchgang übernahm zunächst Serbien die Führung, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch und am Ende gewinnt Montenegro mit 22:21, auch dank der Paraden von Torhüter Nebojsa Simic. Während für Serbien keine Chance mehr auf die Hauptrunde besteht, kommt es für Montenegro am Montag zu einem echten Endspiel gegen Weißrussland um den Hauptrundenplatz. Kroatien hat den Sprung in die Hauptrunde geschafft.

Auch in Gruppe B gab es 2 erwartete Sieger nach den ersten Spielen. Am zweiten Spieltag der Vorrunde trafen die Mazedonier auf die Tschechen und hatten die Chance die Hauptrunde mit einem Sieg klar zu machen. Das gelang nicht. In einem offenen und spannenden Spiel siegten die Tschechen am Ende knapp mit 27:25 und hielten den Kampf um die Hauptrunde offen. Das tschechische Team von Trainer Jan Filip konnte sich damit in der heiß umkämpften Vorrundengruppe B die Chance auf die Hauptrunde bewahren. Es war eine Abwehrschlacht mit starken Torhütern. In seinem 203. Länderspiel zeigte der 40-jährige Torhüter Martin Galia als "Man of the Match" eine Weltklasseleistung, die seine Teamkollegen aus einer starken Abwehr heraus zu nutzen wussten.
Im Abendspiel trat Österreich gegen die Ukraine an. Wer hier ein Übermachtsspiel der Österreicher erwartet hatte, sah sich getäuscht. In einem lange umkämpften und offenen Spiel zwischen Österreich und der Ukraine wechselte permanent die Führung. Am Ende avancierten neben Kapitän Bilyk vor allem Bozovic als Man of the Match, Außen Weber und Torhüter Eichberger zu den Matchwinnern für die Österreicher, die sich am Ende mit 34:30 (18:17) durchsetzten. Trotz des zweiten Sieges im zweiten Spiel steht Österreich allerdings noch nicht in der Hauptrunde. Die Entscheidung fällt erst am Dienstag, denn sowohl Tschechien im Spiel gegen die Ukraine als auch Nordmazedonien im Spiel gegen Österreich können noch auf zwei Siege kommen. Österreich würde selbst eine Niederlage reichen, sofern diese maximal drei Tore beträgt.

In der deutschen Gruppe haben sich die Niederlande mit einem deutlichen Sieg gegen Lettland für die Niederlage gegen Deutschland rehabilitiert. Dieser Sieg (32:24) fiel deutlich aus, weil die Mittel der Letten begrenzt sind. Neben einem guten Torwart Kuksa und dem Toptorschützen Kristopans ist nicht viel mehr Superklasse vorhanden. Da spielten die Niederländer erfrischend schnellen und guten Handball und kamen zu ihrem ersten Sieg bei einer EM. Die deutsche Mannschaft spielte dagegen blamabel und bekam zu Recht eine deftige Klatsche (33:26) durch die Spanier. In der Abwehr war man leichtfertig, die Torhüter bekamen beide nichts zu fassen und im Angriff schweigt des Autors Höflichkeit über die Versäumnisse und Anzahl der Fehlpässe, die die Spanier zu Gegentoren nutzten. Dazu kam die unerwartete Unclever-ness von gestandenen Spielern wie Gensheimer, Böhm und Drux. Gut der Trainer muß die Mannschaft jetzt aufrichten für das letzte Spiel gegen Lettland, aber in dieser Verfassung sieht es für die Hauptrunde schlecht aus. Spanien hat alles richtig gemacht und nimmt auf jeden Fall 2 Punkte in die Hauptrunde mit.

In der Gruppe D feierten die Portugiesen eine verdienten Sieg gegen Bosnien Herzegowina (27:24). Zwar taten sich die Portugiesen gefühlt schwerer als im Spiel gegen Frankreich, vielleicht machte ihnen aber nur die ungewohnte Favoritenrolle Stress. In Halbzeit 1 lag die Mannschaft lange vorn, ehe zum Ende der 1. Hälfte Bosnien näher kam. Dies basierte auf einer Steigerung ihres Torwartes. In die Halbzeit ging man mit 12:11. Auch nach Wiederbeginn hatte Bosnien mehr vom Spiel und schaffte Ausgleich und Führung, während den Portugiesen leichte Fehler unterliefen. Aber die Mannschaft fing sich wieder und schaffte nach dem 16:16 einen deutlichen Vorsprung (21:18). Damit war das Spiel gelaufen. Zwar gelang es den Bosniern zum Ende des Spiels, gestützt auf einige gute Paraden des jetzt eingewechselten Buric, noch den Abstand enger zu gestalten, aber den Sieg ließ sich Portugal nicht mehr nehmen. Damit hatte Portugal die große Chance die Hauptrunde zu erreichen. Im Abendspiel trafen dann Frankreich und Norwegen aufeinander. Die letzte Chance für die Franzosen sich für die Hauptrunde zu qualifizieren. Dieses Spiel war das bis dato beste der EM. Es bot alles was das Handballherz begehrt. Rassige Szenen, gute Spielzüge, Klasse Torhüter (Gerard und Bergerud) und ein begeistertes Publikum. In der ersten Hälfte dominierten lange die Norweger, ehe Frankreich beim 10:10 zum Ausgleich kam. In der Folge ging Frankreich in Front und kam zu einem 15:14 zur Pause. Bester Mann auf norwegischer Seite war Sagosen, der traf und die Bälle verteilte. Dazu zeigten die Norweger ein gutes Spiel über den Kreis. Bis zum 20:20 war das Match offen bei gleichwertigen Mannschaften. Dann kam Norwegen in Vorhand, auch weil Reinkind das eine oder andere Tor erzielte und Bergerud sich steigerte. Am Ende spielte Frankreich gut mit, hatte aber keine Möglichkeiten um die Norweger zu bezwingen. Damit verliert Frankreich das 2. Spiel in Folge und scheidet aus dem Turnier aus. Dafür hat es Portugal in die Hauptrunde geschafft und spielt in einem Endspiel gegen Norwegen um den Gruppensieg.

Die Schweiz hat bei der Handball-Europameisterschaft den ersten Sieg eingefahren. In der Gruppe F trafen am 2. Spieltag die unterlegenen Mannschaften der ersten Spiele, die Schweiz und Polen, aufeinander. In diesem Kellerduell gelang den Eidgenossen am Ende durch einen überragenden Andy Schmid (15 Tore) und einem aufdrehenden Schlussmann Nikola Portner ein deutliches 31:24 (14:12). Bei den noch punktlosen Polen konnten Szymon Sicko (5) und Maciej Majdzinski (4) die meisten Tore erzielen. Es war kein hochklassiges Spiel, das aber lange Zeit von den Schweizern dominiert wurde. Zur Halbzeit lag Polen knapp hinten, am Ende unterlagen die Polen den druckvolleren Schweizern doch deutlich. Polen ist damit aus dem Turnier ausgeschieden, hat aber auch nicht mehr die Klasse der vergangenen Jahre. Im 2. Spiel Schweden gegen Slowenien ging es das gesamte Match eng zu. Beide Mannschaften, als Sieger der ersten Begegnungen, wollten unbedingt den Schritt in die Hauptrunde machen. Deshalb ging es von Beginn an rasant zu. Der frühere schwedische Nationalspieler Ljubomir Vranjes hatte das slowenische Team insbesondere in der Deckung bestens eingestellt, die Skandinavier hatten große Probleme im Positionsangriff und fanden zudem nur selten zu dem Tempo, mit dem sie die Schweiz überrollt hatten. Die slowenische Deckung stand gut, der Angriff setzte auf Sicherheit und im Tor steigerte sich Klemen Ferlin immer mehr zu einer Klasseleistung. So kam es zum etwas überraschenden 19:21 für Slowenien. Für Schweden geht es im abschließenden Duell der Vorrunde gegen Polen um die Hauptrunde und Slowenien könnte mit einem Sieg gegen die Schweiz sicher zwei Punkte mit auf die nächste Etappe des Kampfes um das Halbfinale nehmen.

 

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